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German Church School

Addis Abeba

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Den Armen eine Chance

jacobi-rodheim-200pxVETZBERG - (mo). Pfarrer Karl Jacobi nahm seine Zuhörer im evangelischen Gemeindesaal in Rodheim mit ans Horn von Afrika nach Äthiopien, zur „German Church School“ in Addis Abeba. Hier wird den Ärmsten der Armen, die sonst ohne Chancen wären, seit 1968 die Möglichkeit geboten, Schreiben, Rechnen, Lesen und Nadelwerk zu lernen.

Jacobi war von 1995 bis 1997 Pfarrer in Königsberg, seine Frau Anja Jacobi war 1995/96 Vikarin in Rodheim und Vetzberg. Von Biebertal aus zog es Beide nach Neuhäusel im Westerwald. Dann arbeiteten sie sechs Jahre in Teheran im Iran, anschließend fünf Jahre in einem kleinen Ort im Odenwald, um ihren inzwischen fünf Kindern einige Zeit das Dorfleben in Deutschland zu gönnen. Seit zwei Jahren teilen sich Anja und Karl Jacobi die Pfarrstelle in der Deutschen Gemeinde in Addis Abeba.

Inzwischen 1000 Schüler

Die Arbeit in der Deutschen Schule begann sehr bescheiden mit einem Unterrichts- und Hilfsprogramm für bedürftige Mädchen im evangelischen Gemeindesaal, wie Jacobi berichtete. 1979 wurde die Schularbeit vom Erziehungsministerium anerkannt. 1983 wurde eine Krankenstation zur medizinischen Versorgung und Gesundheitserziehung für die Schüler eingerichtet. 1989 begann die Schule mit der „Integrierten Blindenerziehung“ und ab diesem Zeitpunkt wurde auch ein regelmäßiges Schulfrühstück angeboten. 1998 wurde ein 1996 begonnener Schulneubau abgeschlossen, er bietet 600 Schülern Platz. Inzwischen ist die Schülerzahl auf 1000 Kinder angestiegen. Das wichtigste Kriterium für die Aufnahme von Schülern ist die Bedürftigkeit der Herkunftsfamilien.

Das Motto der „German Church School“ – „Den Armen eine Chance“ – hat die Jacobis auch ermutigt, dort mitzuarbeiten. Jedes Jahr können 40 neue Schüler aufgenommen werden. Karl Jacobi berichtete, dass Addis Abeba eigentlich eine grüne Stadt ist, die einst vom Kaiser mondän geplant wurde. Die Randgebiete würden allerdings von Blechhütten geprägt, fließend Wasser und Kanalisation gebe es oft nicht immer. In einem dieser Randgebiete ist die „German Church School“.

Äthiopien wächst in den Städten. 1965 gab es 20 Millionen Einwohner, 2015 waren es schon 97 Millionen. 1984 und 1985 wurde Äthiopien bekannt als das Land der Hungersnöte. In manchen Landstrichen hat es seit einem Jahr nicht geregnet. Nahrungsmitteldepots wurden angelegt. Zehn Millionen Menschen müssen ernährt werden. Malaria und Aids sind große Plagen in dem Land.

Die „German Church School“ hat sich zur Aufgabe gemacht, den Ärmsten der Armen zu helfen. Sie bietet Bildung komplett in Klassen vom ersten bis zum achten Schuljahr. Im Schnitt sind 40 Schüler in einer Klasse. Vom neunten bis zum zwölften Schuljahr gehen die Kinder meist auf weiterführende Schulen. Aber die „German Church School“ bietet weiterhin Hilfe zum Lebensunterhalt und Nachhilfeunterricht an, damit die Schüler den Abschluss schaffen. Schulgeld, Uniform, Schulfrühstück und Unterrichtsmaterial werden gestellt, auch soziale Unterstützung der ärmsten Familien leistet die Schule. Drei Sozialarbeiter sind angestellt. Die Bildung ist auf hohem Niveau, die Schule wurde unter die zehn besten Schulen Äthiopiens gewählt. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass auch Blinde und Behinderte am Unterricht teilnehmen. Sie sind die Hälfte der Schulzeit mit in der Klasse und während der anderen Zeit werden sie in integrativen Räumen unterrichtet. Auch ein Schulchor besteht, der den Kindern viel Freude bereitet.

Das Geld für die Schüler kommt zu 52 Prozent von zurzeit 800 Pateneltern, die die Kinder mit monatlich 25 bis 30 Euro unterstützen. Andere Spender geben 36 Prozent der nötigen Gelder dazu und zwölf Prozent kommen von Hilfsinitiativen.

Pateneltern gesucht

Im Augenblick fehlen für 57 Kinder Pateneltern. Pfarrer Jacobi erklärte: „So kann man helfen: 20 Euro kostet eine Grundausrüstung für Schulanfänger, 30 Euro im Monat für ein Patenkind, 100 Euro ermöglichen den Kauf von einem Satz Bücher in Blindenschrift, 1500 Euro kostet das Schulfrühstück im Monat.“ Weitere Infos gibt es bei Pfarrerin Anja Jacobi und Pfarrer Karl Jacobi unter +251(11)1 223 779 oder +251 (91) 1 217 648 oder per E-Mail an pfarrer@gemeinde.addis.center.

aus den Gießener Nachrichten vom 19.9.2016

A Bed for Natnael

2016-09-15-Bettenbau-200pxGrade 10 is in a very special mission for a good friend. He needs a bed but can't afford it. So decided to build him one with their own hands. A look into their workshop.

Weiterlesen: A Bed for Natnael

Universitätsabsolventen 2016

2016-08-05-Abschluss-Universitaet-48b-200pxVor 15 Jahren wurden sie in die 1. Klasse der German Church School aufgenommen. Im August 2016 konnten wir Ihnen zum Universitätsabschluss gratulieren. 32 ehemalige Schülerinne und Schüler haben es gepackt.

 

 

 

2016-08-05-Abschluss-Universitaet-48b-800px

Universitätsabsolventen mit Lehrern, Sozialarbeitern und Schulleiter Ato Teklu (1. Reihe, 2.v.li.)

hier gehts zur

Fotogalerie

Liste der Absolventen

Fotogalerie

 

 

 

Liste der Absolventen

 

 

Name

Fach

Universität

Abebe Dereje Yeshitla Computer Science Arba Minch University
Bereket Nigussie  Electrical Engineering Addis Ababa University
Betelhem Tilahun W/Mariam Information Technologies Adama University
Birtukan G/Hiwot Accounting & Finance Mekele University
Biruk Getachew Tibebu   Adama University
Biruk Tegegn Admassu Psychology Addis Ababa University
Ekram Salim Civics & Ethical Education Kotebe  University College
Elisabeth Tesfaye Tadesse Tourism Management  Gondar University
Emebet Teshager Fetene Nursing Mizan Tepi University
Estifanos Addisu Yimer Civil Engineering Addis Ababa University
Eyob Assefa Mulissa Mechanical Engineering  Gondar University
Firehiwot Wondimu Abtew Accounting   Addis Ababa University
Fitsum Belay  Kebede Mechanical Engineering  Bahir Dar University
Habtamu Alemayeh Mekonnen Construction Technology & Managemenet Debre Markos University 
Habtamu Hizkiyas Aragaw Textile and Apparel Merchandizing Bahir Dar University
Haregua Teshome Hailu Civil Engineering Bahir Dar University
Henok Chala Wordofa Architecture  Adama University
Henok Teshale Dibaba Accounting & Finance Dilla University
Hilina Tesfaye Azene Electrical & Computer Engineering Axum University
Hirut Tadese W/Aregay Civil Engineering Woldia University 
Kalkidan Abayneh Zenebe Civil Engineering Assosa university 
Kalkidan Abebe Degefaw Applied Human Nutrition Bahir Dar University
Kalkidan Desta Kassa Civil Engineering Dilla University
Marshet Abera Mulatu Civil Engineering Dilla University
Meaza Kebede Civics & Ethical Education Kotebe  University College
Mihiret Ayele Alaro Civil Engineering Haramaya University
Muluken Wakgari Civil Engineering Addis Ababa University
Munira Jemal Yesuf Information Systems  Debre Berhan University
Samuel Amare Alemu Psychology Dilla University
Sintayehu Tesfaye Economics Arbaminch University
Tamirat Zewdie Debebe Hydraulic & Water Resource Engineering Arbaminch University
Temesgen Mekonen Haile Chemical Engineering Addis Ababa University
Tizita Nemomsa Wakuma Psychology Gondar University
Tizitawork Asrat Worku Civil Engineering Assossa university 
Yared Bekele Civil Engineering Adama University
     

Ein Tipp für Touristen

sidist-kilo-200pxWie wäre es, einen Tag rund um die German Church School und die Evangelische Kreuzkirche zu verbringen? Von uns aus ist alles gut zu Fuß zu erreichen. Es gibt viel zu sehen und zu erfahren.

Weiterlesen: Ein Tipp für...

Blogs

Sandhausen Blog

Sandhausen-Friedrich-Ebert-GymnasiumSeit dem 5.3. sind Schülerinnen und Schüler aus Sandhausen zum Partnerschaftsaustausch an der German Church School.

Hawis Blog

 2016-02-23-Howie-120pxHawi ist eine Praktikantin an der German Church School.

Armen eine Chance!

 

girl-01-300px Armen eine Chance! Das ist das Ziel der German Church School, ihrer Mitarbeiter und Freunde. Kinder sollen aus eigener Kraft ein gutes Leben gestalten können. Dazu will die Schule ihnen beste Voraussetzungen bieten.

 

Seit 1972 unterhält die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien die German Church School (GCS). Mittlerweile werden ca. 1100 Schüler/-innen unterrichtet. Alle Schüler/ -innen leben in äußerst schwierigen sozialen und familiären Lebensbedingungen eines zunehmend verelendenden Stadtviertels. Die Umwelt bietet ihnen weder eine ausreichende Ernährung und Gesundheit noch persönliche Sicherheit oder eine Chance auf Bildung. Alle Schüler/-innen erhalten neben den erforderlichen Schulmaterialien auch Schuhe und eine Schuluniform, dazu eine tägliche Mahlzeit und einmal wöchentlich einen halben Liter Milch.

In Krankheitsfällen werden die Kinder in den schuleigenen Klinikräumen von einer Krankenschwester betreut, die auch in allen Klassenstufen Hygiene-, Gesundheits- und Ernährungsunterricht erteilt sowie über Familienplanung und AIDS-Prävention aufklärt. Die Schüler/-innen werden in dem modernen Schulgebäude in zwei Tagesschichten unterrichtet. Das 20-köpfige äthiopische Lehrerkollegium unterrichtet bis zur 8. Klasse nach dem äthiopischen Curriculum. Abends findet Unterricht für Erwachsene des Stadtteiles statt.

Während der Samstage werden Schüler/-innen, die weiterführende Schulen besuchen (bis Kl. 12), in der GCS unterrichtet und persönlich betreut. Der ganzheitliche Ansatz der Arbeit findet sich in überdurchschnittlichen Leistungen der Schüler/-innen bestätigt.

In einem in Äthiopien einzigartigen Pilotprojekt werden in der GCS 34 blinde Kinder gemeinsam mit ihren sehenden Mitschüler/-innen unterrichtet. Durch gezielte Förderung erreichen die blinden Schüler/-innen überdurchschnittliche Leistungen und damit die seltene Chance auf Brot und Achtung im zukünftigen Leben. Die kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit in der Schule und den Bedingungen der äthiopischen Gesellschaft fordert immer wieder eine Anpassung an die aktuelle Situation.

girl-02-300pxEs wird sorgfältig darauf geachtet, welche Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für die Schüler/-innen mit abgeschlossener Schulbildung (Kl. 12) bestehen und wie sie später durch erweiterte Patenschaften (Extended Fostership) weiterhin gefördert werden können. Die davon abhängig eingerichtete Berufsausbildung hat die Schulleitung ausgelagert und läßt die Absolvent/-innen an entsprechenden Instituten der Stadt ausbilden. Die Schule sieht sich weiterhin für die Teilnehmer¬/-innen aus drei Jahrgängen verantwortlich und begleitet ihre Integration ins Arbeitsleben.

Die Lebenswelt der Schüler/-innen ist weitgehend von Defiziten bestimmt wie: materielle Armut, zerbrochene Familien, ungleiche Behandlung der Geschlechter, Analphabetismus bei den Erwachsenen, mangelnde Hygiene und gesundheitliche Versorgung sowie die die gesamte Bevölkerung bedrohende HIV/AIDS-Epidemie. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen hat den Träger veranlasst, neben dem Lehrangebot bewusst stadtteilorien¬tierte Sozialarbeit und Schulsozialarbeit zu betreiben, mit dem Ziel, langfristig auf die Lern- und Lebensbedingungen der Jungen und Mädchen, sowie deren Familien und aller Menschen im Stadtteil einzuwirken und diese zu verbessern.

Die German Church School steht finanziell auf drei Beinen: Sie wird getragen von der deutschsprachigen Gemeinde in Äthiopien und wird zusätzlich unterstützt von der finnischen Organisation Interpedia und der Kindernothilfe Deutschland. Zudem hat die Gemeinde einen eigenen Patenschafts¬fonds eingerichtet, in dem die bedürftigsten Kinder und ihre Familien durch eine monatliche Zuwendung unterstützt werden.

 

 

 

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